Die Basler Feuerwehr in Kriegs- und Nachkriegszeiten

17. November 2021

(Dritter Teil einer losen Serie von Artikeln anlässlich des letztjährigen Jubiläums «175 Jahre Feuerwehr Basel-Stadt». Hier geht's zu Teil 1 und Teil 2.)

Nicht nur die Alarmierung profitierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den unaufhaltsamen technischen Erneuerungen, sondern auch Lösch- und Rettungsgeräte, Rauch- und Gasschutz und Fahrzeuge. Nebst Wasser konnte man nun auch auf chemische Löschmittel wie Löschdosen, Löschbomben und den bis heute gebräuchlichen Handfeuerlöscher zurückgreifen. 1920 erhielt die Basler Feuerwehr Gasmasken mit Filter.

Drei Jahre später wurden zusätzlich Frischluftatmungsapparate für die Berufs- und Bezirksfeuerwehren gekauft. Durch die Anschaffung von Gasschutzgeräten konnte ein eigener Gastrupp gebildet werden, der ab 1934 in einem Radius von zehn Kilometern auch für angrenzende, ausserkantonale Gebiete verantwortlich war.

Die Feuerwehr übernahm im Laufe der Zeit mehr und mehr Aufgaben - die Brandunfälle nahmen ab. Stattdessen steigerte sich die Zahl anderer Hilfeleistungen: Sanitätsdienst, Hochwasser-, Chemie- und Strahlenschutzwehr, technische Hilfeleistung und Wasserrettung. Ebenso schritt die Entwicklung der Automobilfahrzeuge schnell voran. Am 1. Oktober 1937 konnte ein geräumiger Pionierwagen seinen Dienst antreten. Mit seinen vielen nach Berufsgattungen getrennten Aufbaukisten konnte er durchaus als fahrende Werkstatt bezeichnet werden. Ende 1937 konnte die Wache über zwei Automobilspritzen, zwei Automobildrehleitern, einen Pionierwagen, einen Transportwagen, einen Rettungswagen, zwei Personenwagen, ein Motorrad sowie zwei Anhänger verfügen.

1938 beginnend findet - nach einer Bauzeit von zehn Monaten in den Werkstätten der Firma Sulzer AG in Winterthur - am 25. März 1939 in Kaiseraugst der Stapellauf des ersten Feuerlöschbootes statt. Das Löschboot wurde auf den Namen «St. Florian» getauft.

Der zweite Weltkrieg bringt für das Löschwesen einige Veränderungen. Infolge der Mobilisierung der Armee wird die normale Rekrutierung zur Feuerwehr sowie die turnusgemässe Entlassung bis auf weiteres ausgesetzt. Am 1. September 1939 ordnet General Guisan die allgemeine Mobilmachung an. In Anbetracht dieser Situation wird als vorsorgliche Massnahme das gesamte Personal der ständigen Feuerwache auf Pikett gestellt. Bei der zweiten Mobilmachung werden die beiden Feuerwachen «Lützelhof» und «St. Clara» während der ganzen Dauer der Mobilisierung des Luftschutz-Bataillons täglich mit 20 Mann der Luftschutz-Feuerwehr verstärkt und die Leute an den Spezialgeräten ausgebildet.

Basel war und ist stolz auf seine ständige Wache, die nicht nur den Schwesterstädten in der Schweiz, sondern auch grösseren Städten im Ausland zum Vorbild wurde - beispielsweise 1943 beim Besuch einer amerikanischen Kommission anlässlich der neu erbauten Feuerwache. Bei einem Übungsalarm wurde der ungeteilten Bewunderung der Amerikaner die Aussage hinzugefügt: «Basel besitzt die schnellste Feuerwehr der Welt.»

Im Sommer 1957 eröffnete in Basel das erste Feuerwehrmuseum der Schweiz. Die einzigartige Sammlung über die Geschichte des Feuerwehrwesens verdanken wir dem «Museumsvater» Bruno Thommen. Das Museum wurde einige Jahre später sogar zum Schweizerischen Feuerwehrmuseum anerkannt. Noch heute kann man jeden Sonntag im Feuerwehrmuseum die Geschichte erleben.

«Museumsvater» Bruno Thommen.

Quellen:

Thommen Bruno; Die Basler Feuerwehr. Birkhäuser Verlag, Basel 1982.

Thommen Bruno; Schweizerisches Feuerwehr-Museum. Feuerwehr-Museum Basel (Hrsg.), Basel 1997.

Dubler Anne-Marie: "Feuerwehr". Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 08.06.2021.

Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007788/2021-06-08/, konsultiert am 30.08.2021.

Bilder:

Feuerwehrmuseum Basel, archiviert im Staatsarchiv Basel.

Rettung Basel-Stadt - Feuerwehr