Häusliche Gewalt im Kanton Basel-Stadt

Häusliche Gewalt ist in der Schweiz ein verbreitetes soziales Problem. Auch in Basel-Stadt rückt die Kantonspolizei durchschnittlich einmal täglich wegen Häuslicher Gewalt aus. In diesen Fällen kann die Kantonspolizei Schutzmassnahmen verfügen, um die Situation zu entschärfen.

Was kann die Polizei tun?

Sie kann

  • die gefährdende Person aus der Wohnung wegweisen und ihr die Rückkehr sowie jegliche Kontaktaufnahme für die Dauer von zwölf Tagen verbieten
  • gewaltausübende Personen vorübergehend (bis max. 24 Stunden) in Gewahrsam nehmen
  • bei schwerwiegender Gewalt und anhaltender Gefahr der Staatsanwaltschaft eine Festnahme der gewaltausübenden Person (maximal 48 Stunden) empfehlen. Diese kann dem Zwangsmassnahmengericht die Anordnung von Untersuchungshaft beantragen, welche in einer ersten Phase maximal drei Monate dauert und bei Bedarf vom Gericht verlängert werden kann.

Weiterführende Informationen zum polizeilichen Vorgehen bei Häuslicher Gewalt finden Sie in folgender Broschüre der Kantonspolizei Basel-Stadt:

«Häusliche Gewalt ist kein Tabu»

Bericht Schutzmassnahmen bei Häuslicher Gewalt, Juni 2017

Untersuchungsbericht

Medienmitteilung des Regierungsrates Basel-Stadt vom 13. Juni 2017

Wegweisung gemäss Polizeigesetz Basel-Stadt

Seit dem 1. Juli 2007 sind im Kanton Basel-Stadt zusätzlich zu den zivilrechtlichen Schutzmassnahmen (Art. 28b ZGB) auch polizeiliche Massnahmen in Kraft, die gewaltbetroffenen Personen in Fällen Häuslicher Gewalt Schutz bieten. Die entsprechenden Massnahmen sind im Polizeigesetz definiert (§37a. – 37e. PolG).

Die Polizei hat demnach insbesondere die Möglichkeit, eine Wegweisung zu verfügen und so eine gefährliche Situation zu entschärfen sowie der gewaltbetroffenen Person Hilfe zu bieten. Ausführliche Informationen zu den Voraussetzungen und Wirkungen der polizeilichen Wegweisung können Sie diesem Merkblatt entnehmen.

Merkblatt polizeiliche Wegweisung

 

Erfahren Sie mehr über das «Pilotprojekt Erweiterte Gefährderansprache»

Seit Januar 2016 wird im Kanton Basel-Stadt die «Erweiterte Gefährderansprache» als Pilotprojekt durchgeführt. Das Pilotprojekt hat zum Ziel, möglichst vielen gefährdenden Personen nach Polizeiinterventionen aufgrund Häuslicher Gewalt zeitnah eine Gewaltberatung auf freiwilliger Basis anzubieten. Die gefährdenden Personen werden persönlich angesprochen, um sie für eine Gewaltberatung zu gewinnen. Damit soll die Gewaltspirale unterbrochen, das Opfer geschützt und die gewaltausübende Person in die Verantwortung genommen werden. Die Gewaltberatung ist nicht als Bestrafung, sondern als Chance für die Gewaltausübenden anzusehen. Sie können professionelle Unterstützung zur Entwicklung alternativer Verhaltensweisen in Anspruch nehmen. Die bisherigen gesetzlichen Grundlagen ermöglichten es lediglich, die Personalien von weggewiesenen Personen an die entsprechenden Beratungsstellen zu übermitteln.

Gefährderansprache

Monitoring Häusliche Gewalt im Kanton Basel-Stadt

Unter der Federführung der damaligen Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (heute: Fachstelle Häusliche Gewalt) wurde im Oktober 2012 ein Monitoringbericht veröffentlicht, der die Arbeit verschiedener Stellen, die mit Fällen Häuslicher Gewalt konfrontiert sind, beleuchtet und somit eine Übersicht über den Umgang mit Häuslicher Gewalt im Kanton Basel-Stadt gibt.
Monitoringbericht Häusliche Gewalt, 2012 (PDF, 251 KB)

Im Juni 2013 wurde ausgehend von den Resultaten des Monitoringberichts ein weiterer Bericht veröffentlicht, der für verschiedene Schnittstellen Massnahmen definiert und mögliche Handlungsoptionen und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigt.
Massnahmenbericht Häusliche Gewalt, 2013 (PDF, 86 KB)

Zahlen zu Häuslicher Gewalt

In der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) finden Sie einen Überblick über die Straftaten, die im Jahr 2016 auf dem Kantonsgebiet Basel-Stadt verübt worden sind. Detaillierte Zahlen zu Häuslicher Gewalt sind ab Seite 30 zu lesen.

PKS Basel-Stadt 2016

nach oben